Die seismische Mikrozonierung in Mülheim beginnt mit dem Einsatz eines triaxialen Geophons, das in einer Tiefe von bis zu 30 Metern im Lockergestein des Ruhrtals versenkt wird. Anders als bei einem klassischen CPT-Versuch, der den Spitzendruck misst, registriert dieses Array die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Scherwellen durch die quartären Kiessande und die darunter liegenden Karbon-Schichten. Mülheims heterogener Untergrund, geprägt vom Wechsel zwischen Ruhrterrassen und verwittertem Rheinischem Schiefergebirge, verlangt eine Anregung, die über das typische Multichannel-Verfahren hinausgeht. Wir kombinieren aktive und passive Quellen, um die fundamentalen Eigenperioden des Bodens zu identifizieren. Der Messaufbau wird exakt entlang von Trassen und auf Baufeldern konfiguriert, um laterale Diskontinuitäten zu erfassen, die in einem einfachen Baugrundgutachten unentdeckt bleiben. Diese Standortantwort ist die Basis jeder erdbebensicheren Bemessung in der Region.
Die Scherwellengeschwindigkeit in einer Tiefe von 30 Metern ist in Mülheim der dominante Parameter für die Standortklassifizierung und entscheidet über die Erdbebenlastannahme.



