Die RStO 12 bildet das Rückgrat jeder seriösen Dimensionierung von Asphaltbefestigungen, doch in Mülheim an der Ruhr muss man genauer hinschauen. Die Stadt, geprägt von Terrassenkörpern der Ruhr und tiefgründigen Lösslehmdecken, reagiert empfindlich auf falsch gewählte Tragschichtdicken. Wir sehen immer wieder, dass Bauvorhaben zwischen Saarn und Broich mit standardisierten Frostschutzpaketen aus dem Münsterland kalkuliert werden — ein klarer Fehlgriff. Die lokale Geologie mit ihren wechselnden Auelehmen und vereinzelt anstehenden Kreidemergeln verlangt eine Bemessung flexibler Fahrbahnen, die den Unterbau nicht als starren Block, sondern als variables System begreift. Dafür kombinieren wir die rechnerische Dimensionierung nach den RDO Asphalt 09 mit einer soliden Baugrunderkundung, etwa über den Plattendruckversuch, um den tatsächlichen Verformungsmodul auf der Planumsebene zu verifizieren.
Die Tragfähigkeit einer flexiblen Fahrbahn in Mülheim bemisst sich nicht auf dem Papier, sondern am tatsächlichen Ev2-Wert der lokalen Lösslehmschicht.



