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MULHEIM
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MASW / VS30 in Mülheim an der Ruhr – Scherwellengeschwindigkeit normgerecht bestimmen

Strenge Prüfung. Klare Berichte.

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51.43° Nord, 6.88° Ost – Mülheim liegt am Ruhrtal, wo die quartären Lockersedimente stellenweise mehr als 15 Meter mächtig sind. Die VS30, also die gemittelte Scherwellengeschwindigkeit der obersten 30 Meter, schwankt hier erheblich zwischen den anstehenden Karbonfelsen im Süden und den Talsedimenten entlang der Ruhr. Unsere MASW-Messkampagnen im Stadtgebiet zeigen Werte von unter 200 m/s in den Auenbereichen bis über 800 m/s auf den devonischen Grauwacken. Wer hier ein Bauvorhaben plant, braucht belastbare Zahlen – genau die liefern wir mit aktiver und passiver Oberflächenwellenseismik nach DIN 1998-1/NA:2021-07. In Kombination mit einer Sondierbohrung lässt sich das Untergrundmodell kalibrieren und der Baugrund zuverlässig klassifizieren.

Die VS30 ist kein Laborwert, den man aus einer Kornsummenkurve ableitet – sie muss im Feld gemessen werden, und zwar unter realen Spannungs- und Sättigungsbedingungen.

Unsere Leistungsbereiche

Methodik und Umfang

Zwischen dem harten Felsuntergrund in Saarn und den weichen Talfüllungen in Broich liegen Welten – buchstäblich. In Mülheim-Saarn treffen wir auf dicht gelagerte Sande und Kiese über Festgestein, die uns VS30-Werte um 450–600 m/s bescheren. Broich hingegen, nahe der Ruhrwiesen, zeigt oft extrem niedrige Steifigkeiten mit VS30 unter 250 m/s.
Die Messung erfolgt mit einem 24-Kanal-Seismographen und 4,5-Hz-Geophonen in linearer Auslage. Wir werten die dispersiven Eigenschaften der Rayleigh-Wellen aus und invertieren das Dispersionsspektrum in ein Scherwellenprofil. Entscheidend ist die Qualität der Kohärenz im Frequenz-Wellenzahl-Spektrum – bei uns überprüft ein zweiter Geophysiker jede Auswertung. Das Ergebnis ist ein Tiefenprofil bis 30 Meter, das direkt in die Baugrundklasse nach DIN EN 1998-1/NA Tabelle NA.4 einfließt.
MASW / VS30 in Mülheim an der Ruhr – Scherwellengeschwindigkeit normgerecht bestimmen
Technische Referenz — Mulheim

Lokaler geotechnischer Kontext

Mülheims Lage am Rand der Niederrheinischen Bucht bringt eine moderate, aber reale Erdbebengefährdung mit sich. Die Karte der Erdbebenzonen nach DIN EN 1998-1/NA weist das Stadtgebiet in Zone 1 mit lokal unterschiedlichen Untergrundverhältnissen aus. Das Tückische: Die Talsedimente der Ruhr können bei Fernbeben aus der Kölner Bucht oder dem Roermond-Graben Resonanzeffekte entwickeln. Wir haben in Messprofilen entlang des Rumbachtals beobachtet, wie die Scherwelle beim Übergang von weichen Auelehmen auf verwitterten Fels plötzlich um den Faktor 2,5 springt. Wer diesen Impedanzkontrast ignoriert, dimensioniert am Ende für die falsche Bodenklasse – und das kann nach EC8 einen ganzen Bemessungsansatz kippen. Die Investition in eine MASW-Messung ist vergleichbar mit einem CPT-Versuch: beide liefern unverzichtbare Steifigkeitsinformationen, jedoch auf völlig unterschiedlichen Skalen.

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Referenznormen

DIN EN 1998-1/NA:2021-07 – Nationaler Anhang, Erdbebenzonen und Baugrundklassen, DIN EN 1998-5 – Gründungen, Stützbauwerke und geotechnische Aspekte, DIN 4150-1 – Erschütterungen im Bauwesen, DIN 4020 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke

Referenzparameter

ParameterTypischer Wert
MessverfahrenAktiv (Hammerschlag + Gewichtsfall) und passiv (Mikrotremor)
Aufnehmer24 vertikale Geophone 4,5 Hz, Abstand 1–5 m
AuswerteverfahrenMASW (Multichannel Analysis of Surface Waves) + f-k-Transformation
EindringtiefeBis 30 m, abhängig von Arraylänge und Untergrundsteifigkeit
ErgebnisparameterVs-Tiefenprofil, VS30, VS10, Poissonzahl-Profil, Schubmodul-Profil
Normative KlassifikationBaugrundklasse A–C nach DIN EN 1998-1/NA:2021-07
BerichtsumfangDispersionskurven, Inversionsergebnis, Bodenklassen-Zuordnung
QualitätssicherungDAkkS-akkreditiertes Prüflabor nach ISO 17025

Häufige Fragen

Was kostet eine MASW-Messung in Mülheim an der Ruhr?

Die Kosten für eine MASW-Messung in Mülheim liegen je nach Auslagekonfiguration und Kombination aktiver/passiver Quellen zwischen 1.570 € und 2.480 €. Der Preis richtet sich nach der Anzahl der Messpunkte, der erforderlichen Eindringtiefe und dem Aufwand für die Datenauswertung.

Welche Baugrundklasse ergibt sich typischerweise im Ruhrtal?

In den quartären Talfüllungen entlang der Ruhr dominieren die Baugrundklassen C (VS30 < 250 m/s) und B (250–400 m/s) nach DIN EN 1998-1/NA. Auf den Hangkanten und im Süden des Stadtgebiets, wo das Karbon ansteht, finden wir häufig Klasse A (VS30 > 400 m/s). Die Übergänge sind hier in Mülheim besonders scharf ausgeprägt.

Benötige ich eine MASW-Messung für ein Einfamilienhaus?

Nicht zwingend, aber sie kann Baukosten sparen. Der Standsicherheitsnachweis im Erdbebenfall erfolgt nach EC8 – wenn Sie den Baugrund ohne Messung pauschal in Klasse C einstufen, rechnet der Tragwerksplaner höhere Erdbebenersatzlasten. In Saarn oder Speldorf mit günstigerem Untergrund lohnt sich die Messung, weil Sie oft eine günstigere Klasse nachweisen und die Bewehrung reduzieren können.

Wie lange dauert die Messung vor Ort?

Ein MASW-Profil mit 24 Geophonen und mehreren Anregungspunkten ist in etwa 45 bis 60 Minuten aufgebaut und gemessen. Die Datenqualität prüfen wir direkt im Feld – wenn der Dispersionskamm sauber abgebildet ist, ist die Messung gültig. Die anschließende Auswertung mit Inversion nimmt nochmals einige Stunden in Anspruch.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Mulheim und Umgebung.

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