Die letzte seismische Aktivität in der Niederrheinischen Bucht, die in Mülheim spürbar war, liegt zwar einige Jahre zurück, doch die geologischen Karten zeigen: Das Ruhrgebiet ist kein inaktives Gebiet. Mit einer Bevölkerungsdichte von über 1.600 Einwohnern pro Quadratkilometer in Teilen Mülheims wird die Erdbebenisolationsbemessung für kritische Infrastrukturen und Wohnbauten zum entscheidenden Faktor. Unser Team setzt auf eine Kombination aus lokaler Baugrunderkundung und der Auslegung von Isolatoren, die auf die weichen Kies- und Sandböden der Ruhrauen abgestimmt sind. Die seismische Mikrozonierung liefert dabei das spektrale Beschleunigungsprofil, ohne das keine präzise Bemessung möglich ist. Ergänzend fließen Kennwerte aus der SPT-Bohrung ein, um das Verformungsverhalten des Untergrunds unter seismischer Last realistisch abzubilden.
Ein korrekt bemessenes Isolationssystem reduziert die horizontalen Kräfte im Tragwerk um 50 bis 70 Prozent – und schützt damit nicht nur die Struktur, sondern auch die Betriebsfähigkeit nach dem Beben.



